Montag, 14. Oktober 2013

Heute ist schon Montag (gewesen...)
Gestern am Sonntag war ich mit Regina in der Kirche - römisch katholisch. Boooaaahhh, wie langweilig, denkt Ihr jetzt sicher. FALSCH! In Afrika ist selbst die sonst so stocksteife katholische Kirche völlig anders. Wer schon mal Ladysmith Black Mombaza singen gehört hat, hat schon mal eine recht konkrete Vorstellung dessen, was da gestern früh abging! Ich hatte eine Gänsehaut, inmitten dieser dunkelhäutigen Menschen (die Männer in schicken Hemden, die Damen in hübschen bunten Gewändern - dann noch ca. 60 sog. Seminaristen, die den (vielstimmigen!!!) Hauptchor gebildet haben) zu sitzen / stehen und sogar mitsingen zu dürfen. Es hat mir richtig Spass gemacht. OK, von der Predigt habe ich nicht jedes Wort verstanden, aber zumindest ist die Idee, dessen was er erzählt hat, bei mir angekommen.

 Zuhause gab's dann lecker "Waakye" (sprich: Wa-Tschee):
Ein Gericht aus Bohnen und Reis, angereichert mit "rotem Gras" (kein Geschmack, nur Farbe). Dazu bzw. darin gibt's Fisch (Frank meint, es wäre Lachs, Regina meint das war was anderes...)
Mir hat's geschmeckt und es hat satt gemacht! Was will man mehr.

Zum Nachtisch gab's dann Stromausfall... Wir waren gute 6 Stunden ohne Strom. Regina hat abends dann bei Kerzenlicht gekocht:
Da hatten wir halt ein romantisches Candlelight-Dinner ;-)


Montag, 14.10.2013:
Mein "erster Schultag" in Regina's Schule.
Die Ärmste steht schon um 5:00 morgens auf, um die Schule (in der sie und jetzt ja auch ich, wohnt) für die Kinder herzurichten und vorzubereiten.
Ab 6:30 muss dann mit den ersten Kindern gerechnet werden. Heute kamen die ersten um kurz nach sieben.


Nachdem sich alle erstmal draussen versammelt haben und ordentliche Reihen gebildet haben (schön nach Grösse sortiert), wird ein Morgengebet gesprochen und dann sogar die Hymne gesungen!

Dann marschieren alle in ihre Klassen und der Unterricht (für die Vorschule und die Erstklässler), bzw. das Spielen (für die Hortgruppe) beginnt.

Ich bin dann mit Frank (CeeFran oder auch Larteh Boy genannt) und seinem Kumpel Jesto ins Studio gefahren. Per TroTro und Taxi. Ich hatte versprochen, die Aufnahme ihrer neuen Songs filmisch zu dokumentieren.
Was für ein Abenteuer ... bis wir mal endlich da waren. Das Studio liegt nämlich gefühlt an der Grenze zu Nigeria: Wir sind ewig gefahren. Und dann muss man sich das nicht so vorstellen, wie ein professionelles Tonstudio wie wir es kennen mit Riesenmischpulten und Soundracks und so. Nein, hier handelt es sich um ein kleines Häuschen, dass nur durch schmale Gänge getrennt zu anderen Häuschen steht. Ein kleines Zimmer, vielleicht 10m² gross, in dass eine Schallschutzkabine mit Glasscheibe eingebaut ist. Ein Tisch mit Röhrenmonitor und zugehörigem PC darunter, grosse Lautsprecherboxen und ein winziges Mischpult und das war's. Auf dem Rechner läuft eine Steinberg-Software. Der Mischer ist ein ambitionierter junger Mann der sein Handwerk beherrscht. Und dann haben Larteh Boy und Jesto losgerappt, zur Musik, die Larteh Boy vorproduziert hat. Es hat riesig Spass gemacht, diesen Jungs zuzuschauen. Begnadete Talente, die mit einem Feuer und einer Leidenschaft bei der Sache sind. Spass und Freude pur! Und genau so möchten sie einmal ihr Geld verdienen. Die CD, für die sie heute ein paar Songs produziert haben, werde ich hier promoten...wir werden noch von ihnen hören, versprochen!
Per TroTro ging es dann zurück. Stickige Luft im Bus (bis auf den letzten Platz belegt), stickige Luft auch von draussen. Abgase, Marktgerüche, alles in fliegendem Wechsel. Da ich nicht wusste, wie ich langer Schlacks in so einem "Bus" sitzen sollte, habe ich versucht, öfter mal die Position zu wechseln. Stützstrümpfe, zur Vorbeugung einer Trombose wären nicht abwägig...Mir sind die Füsse eingeschlafen. Oder lag es daran, dass ich totmüde war? Oder von den Abgasen sediert? Wir wurden hin- und hergeschüttelt (positiver Nebeneffekt: der Brustwirbel, den ich mir gestern früh beim Haare waschen ausgesetzt habe ist jetzt wieder eingerenkt!)..Wir fuhren soweit, bis wir uns in einem Gewusel von Autos und Menschen festgefahren haben. Es ging einfach nicht weiter. Frank sagte, wir wären da und müssten umsteigen... Umsteigen??? In ein Gefährt, was hier auch nicht aus diesem Knäuel herauskommt? Ich habe gesagt, Jungs, ich spendiere uns ein Taxi! Nein, das wäre zu teuer - alles Halsabschneider. Wir warten auf ein spezielles Taxi. Kurz vor Morgengrauen kam es dann, wir stiegen ein und fuhren los. Über eine Piste, die man bei uns noch nicht einmal "ausgewaschenen Feldweg" nennen würde. Ich könnte diese Zeilen jetzt nicht schreiben, wenn wir nicht doch noch irgendwann einigermassen unversehrt aber hungrig und ausgelaugt zu Hause angekommen wären. Regina, die gute Seele,  hat uns mal wieder was Leckeres gekocht (ich muss sie nachher mal fragen, was das überhaupt war...). So, das reicht mir dann auch für heute. Gute Nacht, bis zum nächsten Post!
Euer Ralfi

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