Dienstag, 15. Oktober 2013

Kommentare (s.u.) sind mir immer sehr willkommen!!!

Jambo! (OK, das ist jetzt nicht die Sprache Ghana's, aber in Deutschland als afrikanischer Gruss dennoch bekannt, denke ich...)
Heute ist plötzlich Feiertag! Wie in Deutschland: Jo, is denn heit scho Weeeihnocht'n?
Nur, dass hier nicht Weihnachten ist, sondern ein islamischer Feiertag. Man muss dazu wissen, dass in Ghana verschiedene Religionsgruppen angesiedelt sind: so gibt es hier, wie in Deutschland auch, Moslems und Christen. Und die Moslems feiern heute ihren Eid al Adha (islam. Opferfest). Einziger Unterschied zu Deutschland: Hier hat das ganze Land heute frei!
Aus der Moschee nebenan hört man den ganzen Tag irgendwelche monotonen Gesänge und bestimmt werden auch Ziegen und Hühner, Katzen und unliebsame Mitmenschen geopfert.... Wer weiss das schon.

Wir nutzen den so unverhofft frei gewordenen Tag zum Müßiggang. Das funktioniert ganz prima, obwohl kein Strom ausgefallen ist. Heute Abend sind wir bei Ibrahim eingeladen. Er hat uns heute Ziegenfleisch bringen lassen. Es wurde uns versichtert, dass es Ziegenfleisch ist. Ich will das hier nicht weiter kommentieren. Die Ziege liegt jetzt bei Regina im Kühlschrank...

So, anbei noch ein kleines Filmchen von meinem ersten Ausflug in Accra:
Ich muss dazu sagen, dass ich noch etwas unsicher bin, hier in der Menschenmenge zu filmen. Zum einen aus pietätischen Gründen zum anderen aus Angst um meine gute Kamera. Ich werde aber sicher bald Gelegenheit haben, dies nachzuholen.
Wer schon mal sehen will, was das Art Center (genau heisst es: Center for National Culture of Ghana) ist, schaut sich hier mal um: http://ghana-net.com/centre-for-national-culture-of-ghana-accra

Bis später
Euer Ralf

Nun endlich ein Video!

Ihr Lieben! Endlich habe ich es geschafft, das erste Video hochzuladen. Ist gar nicht so einfach, aber wenn ich das abends spät genug mache, habe ich genug Bandbreite, damit es in angemessener Zeit hochgeladen wird.
Allerdings weiss ich nicht, wieviel Speicherplatz mir hier zur Verfügung steht.
Hier also das Video zu meiner Flugreise nach Accra:


Heute ist schon Montag (gewesen...)
Gestern am Sonntag war ich mit Regina in der Kirche - römisch katholisch. Boooaaahhh, wie langweilig, denkt Ihr jetzt sicher. FALSCH! In Afrika ist selbst die sonst so stocksteife katholische Kirche völlig anders. Wer schon mal Ladysmith Black Mombaza singen gehört hat, hat schon mal eine recht konkrete Vorstellung dessen, was da gestern früh abging! Ich hatte eine Gänsehaut, inmitten dieser dunkelhäutigen Menschen (die Männer in schicken Hemden, die Damen in hübschen bunten Gewändern - dann noch ca. 60 sog. Seminaristen, die den (vielstimmigen!!!) Hauptchor gebildet haben) zu sitzen / stehen und sogar mitsingen zu dürfen. Es hat mir richtig Spass gemacht. OK, von der Predigt habe ich nicht jedes Wort verstanden, aber zumindest ist die Idee, dessen was er erzählt hat, bei mir angekommen.

 Zuhause gab's dann lecker "Waakye" (sprich: Wa-Tschee):
Ein Gericht aus Bohnen und Reis, angereichert mit "rotem Gras" (kein Geschmack, nur Farbe). Dazu bzw. darin gibt's Fisch (Frank meint, es wäre Lachs, Regina meint das war was anderes...)
Mir hat's geschmeckt und es hat satt gemacht! Was will man mehr.

Zum Nachtisch gab's dann Stromausfall... Wir waren gute 6 Stunden ohne Strom. Regina hat abends dann bei Kerzenlicht gekocht:
Da hatten wir halt ein romantisches Candlelight-Dinner ;-)


Montag, 14.10.2013:
Mein "erster Schultag" in Regina's Schule.
Die Ärmste steht schon um 5:00 morgens auf, um die Schule (in der sie und jetzt ja auch ich, wohnt) für die Kinder herzurichten und vorzubereiten.
Ab 6:30 muss dann mit den ersten Kindern gerechnet werden. Heute kamen die ersten um kurz nach sieben.


Nachdem sich alle erstmal draussen versammelt haben und ordentliche Reihen gebildet haben (schön nach Grösse sortiert), wird ein Morgengebet gesprochen und dann sogar die Hymne gesungen!

Dann marschieren alle in ihre Klassen und der Unterricht (für die Vorschule und die Erstklässler), bzw. das Spielen (für die Hortgruppe) beginnt.

Ich bin dann mit Frank (CeeFran oder auch Larteh Boy genannt) und seinem Kumpel Jesto ins Studio gefahren. Per TroTro und Taxi. Ich hatte versprochen, die Aufnahme ihrer neuen Songs filmisch zu dokumentieren.
Was für ein Abenteuer ... bis wir mal endlich da waren. Das Studio liegt nämlich gefühlt an der Grenze zu Nigeria: Wir sind ewig gefahren. Und dann muss man sich das nicht so vorstellen, wie ein professionelles Tonstudio wie wir es kennen mit Riesenmischpulten und Soundracks und so. Nein, hier handelt es sich um ein kleines Häuschen, dass nur durch schmale Gänge getrennt zu anderen Häuschen steht. Ein kleines Zimmer, vielleicht 10m² gross, in dass eine Schallschutzkabine mit Glasscheibe eingebaut ist. Ein Tisch mit Röhrenmonitor und zugehörigem PC darunter, grosse Lautsprecherboxen und ein winziges Mischpult und das war's. Auf dem Rechner läuft eine Steinberg-Software. Der Mischer ist ein ambitionierter junger Mann der sein Handwerk beherrscht. Und dann haben Larteh Boy und Jesto losgerappt, zur Musik, die Larteh Boy vorproduziert hat. Es hat riesig Spass gemacht, diesen Jungs zuzuschauen. Begnadete Talente, die mit einem Feuer und einer Leidenschaft bei der Sache sind. Spass und Freude pur! Und genau so möchten sie einmal ihr Geld verdienen. Die CD, für die sie heute ein paar Songs produziert haben, werde ich hier promoten...wir werden noch von ihnen hören, versprochen!
Per TroTro ging es dann zurück. Stickige Luft im Bus (bis auf den letzten Platz belegt), stickige Luft auch von draussen. Abgase, Marktgerüche, alles in fliegendem Wechsel. Da ich nicht wusste, wie ich langer Schlacks in so einem "Bus" sitzen sollte, habe ich versucht, öfter mal die Position zu wechseln. Stützstrümpfe, zur Vorbeugung einer Trombose wären nicht abwägig...Mir sind die Füsse eingeschlafen. Oder lag es daran, dass ich totmüde war? Oder von den Abgasen sediert? Wir wurden hin- und hergeschüttelt (positiver Nebeneffekt: der Brustwirbel, den ich mir gestern früh beim Haare waschen ausgesetzt habe ist jetzt wieder eingerenkt!)..Wir fuhren soweit, bis wir uns in einem Gewusel von Autos und Menschen festgefahren haben. Es ging einfach nicht weiter. Frank sagte, wir wären da und müssten umsteigen... Umsteigen??? In ein Gefährt, was hier auch nicht aus diesem Knäuel herauskommt? Ich habe gesagt, Jungs, ich spendiere uns ein Taxi! Nein, das wäre zu teuer - alles Halsabschneider. Wir warten auf ein spezielles Taxi. Kurz vor Morgengrauen kam es dann, wir stiegen ein und fuhren los. Über eine Piste, die man bei uns noch nicht einmal "ausgewaschenen Feldweg" nennen würde. Ich könnte diese Zeilen jetzt nicht schreiben, wenn wir nicht doch noch irgendwann einigermassen unversehrt aber hungrig und ausgelaugt zu Hause angekommen wären. Regina, die gute Seele,  hat uns mal wieder was Leckeres gekocht (ich muss sie nachher mal fragen, was das überhaupt war...). So, das reicht mir dann auch für heute. Gute Nacht, bis zum nächsten Post!
Euer Ralfi

Samstag, 12. Oktober 2013


So, hallo liebe Freunde! Endlich habe ich kurz Gelegenheit, ins Internet zu gelangen.
Ich bin gut in Accra angekommen. Der Flug war angenehm und ging schneller vorbei, als ich befürchtet hatte. Ich habe gefilmt und werde Euch, so mein Rechner es zulässt, die Filme nachschieben. Hier ist alles etwas umständlicher als wir es gewöhnt sind. Ich sitze jetzt bei einem Freund in dessen "Internetcafe" (was nichts weiter ist, als eine Art Container, in dem er ein Büro und einen Raum mit 8 Rechnerplätzen installiert hat. Alles recht provisorisch, aber es funktioniert. Und er verdient sein Geld damit! Nebenher bastelt er an Musikclips  - seine Gäste können live zuhören, wie er neue Songs kreiert!

Ich bin also gestern abend hier angekommen, wir haben hier Temperaturen um die 30° Celsius, und es ist stickig schwül. Per Taxi sind wir dann hier nach Sowoutoum, einem Stadteil im Norden Accras, gefahren. Unterwegs hielt er nochmal an, damit Regina und Frank mein Gepäck von ihren Schößen in den Kofferraum wuchten durften. Ich wollte helfen, stieg aus dem Auto und versank mit einem Bein in einem ca 50cm tiefen Abwassergraben. Schuh und Hose eingesaut, Knie geschürft... und erste (nein es war schon die zweite...) ghanaische Lektion gelernt: schaue gut hin, wo Du Deinen Fuss aufsetzt, es könnte sein, dass der dafür nötige Untergrund fehlt!

Regina hat mir in ihrem Haus (welches gleichzeitig als Schule fungiert - oder ist es umgekehrt?) ein Gästezimmer eingerichtet. Einen Schrank gibt es nicht, und so lebe ich aus dem Koffer.

Heute ist sie mit mir per "TroTro" nach Accra gefahren. (Tro ist die Bezeichnung für "klein" - man braucht kein ausgebildeter Sprachforscher sein, um sich vorstellen zu können, was dann ein TroTro ist... ). Es ist ein Minibus - meist ausgediente Fahrzeuge europäischer Kleinbetriebe ("Malereibetrieb Schulze, Düsseldorf" steht da z.B. noch dran). In Accra hat sie mich dann durch ein unglaubliches Menschenwirrwarr geführt: Alles wuselt hier bunt durcheinander, es herrscht emsiges Treiben auf den Strassen. Überhaupt spielt sich hier das ganze Leben auf der Strasse ab. Das Wetter ist ja auch immer wie August - das ganze Jahr über. Händler links und rechts und in der Mitte und dazwischen laufen noch Frauen und Mädchen mit Unmengen von Waren, ob Getränke, Nü sse, Obst, Topfschwämme oder Klopapier, auf dem Kopf tragend umher. Und alle wollen ihren Ramsch verkaufen. Am liebsten an blasshäutige Europäer. Ich hatte meine liebe Not, Regina nicht aus den Augen zu verlieren. Das wäre mein sicherer Tod! Fliegende Händler würden mich überfallen und mit ihren Kokosnüssen, Yamknollen und Topflappen zuschmeissen. Ich würde jämmerlich ersticken. Glücklicherweise ist mir das an meinem ersten Tag in Ghana erspart geblieben und wir haben den Ausgang aus diesem Gewimmel gefunden. Nachdem wir auch noch das Art Center Accra (danach könnt ihr mal googeln!) durchstreift haben und etwas gegessen und getrunken haben, hat uns ein Sammeltaxi wieder zurück nach Hause gebracht. Hier oben auf dem sog. Roman Hill sind die Strassen (noch...) nicht ausgebaut: rote Tonerde gibt in ihrer furchigen Landschaft den Blick auf Steine und Geröll frei, das nach jedem Regenguss eine neue Topologie entwickelt. Wer vor einem Gewitter runter in die Stadt gefahren ist, kann nicht sicher sein, nach dem Regen auf gleichem Wege wieder zurück zu gelangen! Eine Tatsache, die für uns verwöhnte Mitteleuropäer unvorstellbar wäre!

Heute nachmittag, nachdem wir uns mit einer Tasse Nescafe gestärkt haben, ging es an die Hausarbeit: Regina hat Wäsche gewaschen und ich habe die Fußböden gewischt.
Zum Abendbrot gab es Yam mit Fischstew - also "Kartoffeln" mit Fisch in Gemüse. Hat Regina lecker gekocht! Hat mir gut geschmeckt. Mal was anderes....

So, und das soll für heute genügen. Bis zum nächsten Mal
Herzliche Grüsse aus Ghana, Afrika

Euer Ralfi

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Jetzt hatte ich nicht einmal mehr Zeit, Fotos zu machen. Koffer sind fast fertig gepackt. Morgen früh um 09:00 geht's los. Morgen Abend um diese Zeit bin ich bei Regina! :-)
Habe den heutigen Nachmittag noch genutzt, um mit Dominik zu spielen bzw. unser "Projekt" weiter voranzubringen.
Und nun wird's Zeit für's Bett ... Gute Nacht, bis morgen in Accra!

Dienstag, 8. Oktober 2013

...kann man auch direkt ein Video einfügen?
Hmmm....dauert lange, bis das hochgeladen und verarbeitet ist.
Dienstag, 8. Oktober
Habe einen Account bei Youtube eingerichtet, damit ich die Filme für meinen Reiseblog hochladen kann.
Der erste Testfilm ist drin:
http://youtu.be/1BdoOKOy9tc
Mal schauen, wie das aussieht...