Freitag, 3. August 2018

Tag 5 - Relaxen im Gästehaus

Samstag, 28. Juli 2018

Heute fahren wir mal nirgendwo hin. Wir nutzen den Tag, um auszuschlafen (falls man uns mal lässt - es ist auch hier schon ab 4:30 mit diversen "Gottes"-Diensten zu rechnen), zu lesen und Tagebuch zu schreiben.

So sitze ich mit dem Laptop auf der Dachterrasse und tippe die ersten 2 Tage Reisebericht in den Reiseblog. Wir haben ein begrenztes Datenvolumen über das Handy, welches als Hotspot eingerichtet ist. Dominik hat mir dabei geholfen. Ich als Ingenieur alter Schule kenne mich mit so neumodischem Zeugs ja nicht sonderlich gut aus 😆


Aprospos Relaxen im Gästehaus ... ich hab Euch das Gästehaus ja noch gar nicht gezeigt.
Natürlich haben wir viele Fotos dort gemacht. Alles in allem eigentlich ein schönes Haus - nur: es wird nichts dran gemacht. Und bei der Witterung und der hohen Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit und der beissend trockenen Luft, wenn keine Regenzeit ist, zeigt das Anwesen deutliche Spuren des Verfalls. Klickt mal auf den "Weiter"-Knopf, dann seht Ihr selbst, was ich meine:

Unser Gästehaus
Tag 4 - Platzhalter

Tag 4 - Platzhalter

... da fällt mir bestimmt noch was ein, was hier hineinpasst.
Tag 5 - Relaxen im Gästehaus
Tag 4 - Generalprobe

Freitag, 27. Juli 2018

Tag 4 - die Generalprobe

Freitag, 27. Juli 2018

Heute sind wir wieder zu Gast in der Da Vinci School.
Es findet die Generalprobe zur Schuljahres-Abschlussfeier statt. Ein Fest, das eigentlich für die "Graduates" - Vorschulkinder, die die Reife für die Grundschule erhalten haben - stattfindet.
Ein 4-stündiges Programm, das uns schier aus den Latschen haut: soviel afrikanisches Temperament, Enthusiasmus der Kinder, aber auch Disziplin! Wir sind überwältigt.

Ich bin noch dabei, die Filmschnipsel und Fotos hochzuladen.
Bleibt dran, es lohnt sich!

 Ein sozialkritisches Theaterstück, in dem es um Falscheit und Fetischismus geht
Die zukünftigen Erstklässler - The Graduates

Fröhliche Zuschauer :-)



Tag 4 - tbd
Tag 3 - Kaneshi Markt

Tag 3 - Ausflug zum Kaneshi Market

Donnerstag, 26. Juli 2018

Wir haben uns heute mit Regina und Doro in Kwashiman verabredet. Wir wollen gemeinsam nach Kaneshi auf den dortigen Markt. Da gibt es in diesem Riesen-Wirrwarr an Menschen, Autos Lärm und Gestank auch jede Menge Verkaufsstände für Schmuck, Klamotten, Stoffe, Haushaltskrimskrams, Lebensmittel (man glaubt gar nicht, was Ghanaer so alles als Lebensmittel bezeichnen - beim blossen Anblick - von den Gerüchen ganz zu schweigen - dreht sich mir der Magen um und ich muss an spontan an Ibrahims Ziege denken...)

Doch zunächst geht es ja wie gesagt nach Kwashiman. Dort gibt es eine Bushaltestelle, an der wir uns treffen wollen. Wir kommen mit dem "Taxi" dorthin, Regina und Doro schlagen mit dem TroTro dort auf. 

Es dauert eine ganze Weile, bis wir uns tatsächlich finden. Denn die sogenannte Bushaltestelle ist nicht so wie hier ein eindeutig markierter Ort mit Wartehäuschen, Schild und Busfahrplan, sondern eher ein grosser Parkplatz - ungepflastert, versteht sich. Hier stranden dutzende von TroTros und es fahren Dutzende TroTros in alle möglichen Richtungen. Z. B. nach La Paz:
TroTro nach La Paz

So stehen wir da, wo uns das Taxi ausgekippt hat, wie bestellt und nicht abgeholt herum. Wir versuchen, Regina per Handy zu erreichen. Aber die sitzt mit ihrer Tochter in einem TroTro. Und diese Dinger haben womöglich eine Abschirmung gegen Funkwellen - oder deren Lichtmaschine erzeugt durch Hochspannungs-Funkenüberschläge ein solch starkes elektromagnetisches Feld, das jedwede Funkwelle darin neutralisiert wird.
Na, jedenfalls, so nach dem drölfunddrollzigsten Versuch geht sie ran und fragt, wo um Himmels willen wir denn sind - sie suche schon seit geraumer Zeit nach uns. Offensichtlich sind die Beiden auch schon am Ziel und dem TroTro entstiegen. Nachdem ich ihr gesagt habe, dass wir unter dem Maggi-Schild stehen, weiss sie sofort, wo sie suchen muss. Sie ist halt eine gute Hausfrau ...

...und wer Maggi im Haus hat, zeichnet sich als besonders gute Hausfrau aus...
Nachdem wir das geklärt haben, findet Regina auch sobumms ein TroTro für uns 5, welches uns nach Kaneshi bringen wird....
Mit dem TroTro fahren wir auch weiter nach Kaneshi
 ...na hoffentlich.
Dort angekommen und kaum ausgestiegen, stehen wir auch schon mitten in der Menschenmenge. Ein Riesengedrängel. Marktschreierische Menschen, Priester mit Megaphon, bettelnde Kinder, Musik aus brüllenden Lautsprecherboxen, überall ein ohrenbetäubender Krach - dazu stickige Luft in der die Ausdünstungen abertausender Menschen hängen, neben Frittiertem und Gesottenem, Fauligem und Duftendem - bunte Tücher, Schmuck, Seifen, Früchte, Gemüse, Fisch und Fleisch - kurz: ein akustisch-olfaktorisch-visueller Überreiz... aber wir wollten es ja nicht anders. Also hinein ins Getümmel.


Regina macht ein Selfi von ihrer Tochter ...  😜


... und Dominik hat sich ein neues Ghana-Armband gekauft

Als uns der Trubel draussen zu dolle wird, entschwinden wir in die grosse Markthalle. Dort gibt es in der unteren Etage Haushalts-Krimskrams, vornehmlich aus chinesischem Plastik, und Lebensmittel, Kosmetik, Schmuck etc. ... 

...und bergeweise Sheabutter. Man erinnere sich an Karité Naturelle...


Fortsetzung folgt ...

Wir haben uns - ganz ghanaisch - neu eingekleidet 😄



Tag 4 - Die Generalprobe
Tag 2 - Shopping Mall

Tag-2 - Fahrt in die Shopping Mall "Shop Rite"

Mittwoch, 25. Juli 2018
Wir fahren mit Regina und Doro mit dem TroTro in die Stadt - zu Shop Rite, einer grossen Shopping Mall, vergleichbar etwa mit unserem Roland-Center in Bremen. Oder dem Werder-Carré...

Hier gibt es sogar vegetarische Speisen


Tag 3 Kaneshi Market
Wieder in der Schule

Tag 2 - Wieder in Reginas Schule - Rundgang - Die Praktikantin

Mittwoch, 25. Juli 2018
Es ist 4:30. Ich werde unter unserem Moskitonetz von einem eigenartigen Singsang geweckt. Ein einsamer Muezzin jodelt von seinem Minarett ins Tal hinab und weckt Moslems gleichermassen wie Christen, Hindus, Buddhisten und - strenggläubige Atheisten wie mich. Von seinem Falsettgesang werden auch die Hähne wach und kikerikien mit ihm um die Wette. Die Nacht ist gelaufen.
Ich wühle mich aus dem Sommerschlafsack und verfange mich im Mückennetz. Ok. Jetzt bloss keine Panik. Ich schliesse die Augen und atme angstbefreit. Gut so. Langsam ertaste ich mir den Ausgang aus unserem Himmelbett. Schlaftrunken wanke ich dann zum Klo um zu pinkeln. Senile Bettflucht.
Als ich wieder ins Bett zurückkrabbele, bemerke ich eine Veränderung im akustischen Ambiente. Der Muezzin scheint auch wieder in sein Bett gekrabbelt zu sein. Einzig die Hähne krähen weiter. Draussen ist es nach wie vor stockeduster. Ich beschliesse, noch eine Mütze voll Schlaf zu nehmen...

Um acht Uhr sonstwas wird auch meine liebe Frau wach. Fast 12 Stunden geschlafen. Das sollte reichen. Wir rappeln uns auf. Ich schlurfe rüber ins Küchenhaus, um uns einen anständigen starken Kaffee zu kochen. Sharon ist auch da. Sie fummelt mit einem ihrer Handys herum und versucht, es aufzuladen. Über einem der Kühlschränke ist eine Steckdose, in der diverse Steckernetzteile stecken.
Sharon fragt, wie wir geschlafen haben. Wahrheitsgemäss antworte ich  "like a stone" - diese Redewendung scheint sie nicht zu kennen, sie schaut mich irritiert an. Ich bin noch zu müde, um ihr den Sinn dieses Spruches zu erklären. Dann fragt sie, was das für ein silberner Topf ist, den ich da in der Hand habe. Das ist ein Espressokocher, antworte ich ihr. Wait, I show you. Dann fülle ich Wasser (natürlich NICHT aus dem Wasserhahn, sondern aus unserer mitgebrachten Getränkeflasche) und Espressopulver in das Gerät, verschraube es und stelle es auf den Gasherd. Da ich Blödie zuerst den Gashahn aufgedreht habe und dann erst das Streichholz entzündet habe, schlagen die Flammen fauchend um den ganzen Topf und meine Hand und es riecht nach verbrannten Haaren. Autsch!
Ich bin noch nicht wach, bräuchte erstmal einen Kaffee, bevor ich Kaffee kochen kann ... ein Henne/Ei Problem. Sharon lacht...

Nach dem Frühstück mit lecker Kaffee und ghanaischem Weissbrot und einem medium gekochten Ei (!), packen wir unsere Sachen und brechen auf. Sharon schliesst hinter uns das grosse eiserne Tor wieder zu. Dabei steht sie auf derselben Seite des Tors, sie begleitet uns zum Taxistand, Agape Top, der ca. 500m vom Haus entfernt ist. Sharon verhandelt mit einem Taxifahrer für uns den Preis. Für 25 Cedi wird er uns hinunter zur Station "Mensah Addo" fahren. Das ist in Sowotuom, ganz in Regina's Nähe.

Der Taxistand "Agape Top" - unser Startpunkt zu so manchem Ausflug
Leider scheint der gute Mann keine Ahnung zu haben, wo "Mensah Addo" liegt. Er kurvt uns durch das - ich nenne es mal - Township Omanjor, wo die Strassen in einem noch erbärmlicheren Zustand zu sein scheinen, als hier oben in Ablekuma. Als ich schon beginne, seekrank zu werden von diesem Hin- und Hergeschaukel, erreichen wir endlich die Querstrasse am Mambo Bus Stop. Ich versuche, wiederzuerkennen, wo wir hier sind, scheitere aber kläglich und verlasse mich auf den Fahrer.
Doch der scheint auch keinen Schimmer zu haben. Irgendwann hält er an und fragt ahnungslose Passanten. Die weisen wieder in die Richtung, aus der wir kommen. Also fahren wir wieder ein ganzes Stück zurück. Irgendwann erkennt Nicole die Tankstelle und den Wakyee Verkaufsstand von gestern, auf der Ecke, zu der es zu Regina nicht mehr weit ist. Wir bezahlen den Fahrer und steigen aus. Zu Fuss sind es jetzt noch ca. 10 Minuten...

Regina erzählt uns von einer Praktikantin, die eines Tages vor ihrer Tür stand und fragte, ob sie helfen kann. Ein 18-jähriges Mädel aus Marburg ist in der katholischen Kirche engagiert und wollte sich hier in der Gemeinde 5 Wochen lang vor ihrem Studium in Leipzig sozial engagieren. Doch ausser einem kleinen Zimmer, das man ihr zur Verfügung gestellt hatte, war sie auf sich allein gestellt. Niemand kümmerte sich um sie. So zog sie herum, auf der Suche nach einer Einrichtung, in der sie helfen kann. Da war sie natürlich bei Regina genau an die richtige Adresse geraten. Mit offenen Armen hat Regina sie aufgenommen und ihr das Lehrerkollegium vorgestellt. Da sie sehr musikalisch ist und in dieser Richtung auch studieren wird, brachte sie sich für 4 Wochen als Musiklehrerin in der Schule  ein und lehrte die Kinder das Notenlesen.
Ich habe nun die Gelegenheit, sie ein wenig mit der Kamera zu begleiten und ein kleines Interview mit ihr zu führen:
Sie führt mich dann noch in "ihr" Klassenzimmer (2. Klasse), wo sie mit Hilfe des Lehrers ein selbstentworfenes Plakat aufhängt, mit dem Notenschlüssel, allen Noten und Erklärungen zu Dur und Moll. Sozusagen als Erinnerung für die Schüler an die Zeit mit "ihrer" Musiklehrerin.

Tine Brüning - "Spontan-Praktikantin" in der Da Vinci School

  Sie hat ihr musisches Talent als Musiklehrerin umgesetzt und den Kindern das Notenlesen beigebracht

Dann folgt noch ein kleiner Rundgang mit Regina, auf dem sie uns die Neuerungen in der Schule, wie z.B. die neue Lehrertoilette und das Urinal für die Jungs zeigt.




Fortsetzung folgt...
Rechs neben dem Tor: das neue Security Häuschen

Class 2 auf der Veranda

Da hat jemand seine Bücher liegengelassen...

  
Am Tor prangt ein grosses Plakat, das auf die Graduationfeier hinweist

 Von Spendengeldern aus Nauen u.a. gebaut: Ein Urinal für die Jungs




Tag 2 - Shopping Mall
Ankunft im Gästehaus

Tag 1 - Ankunft im Gästehaus - erstes Abendessen

Dienstag, 25. Juli 2018, 2. Teil
... Wir fallen aus diesem Transportmittel des öffentlichen Nahverkehrs und laden die Koffer aus.
Frank bezahlt den Fahrer, der sich auch sogleich wieder auf den Weg - den "Abstieg" - macht...
Am Tor steht Sharon, die Verwalterin des Gästehauses, die bereits seit gestern auf uns gewartet hat...
Frank begleitet uns noch hinein und klärt mit Sharon Einiges in deren Landessprache. Wir ahnen, dass er die gute Frau zurechtweist, uns ja gut zu bedienen.
Nun ja. Er macht sich wirklich Sorgen, ob wir uns hier wohl fühlen. Es fällt ihm auf, dass dieses Haus zwar schön aussieht, aber seit seiner Errichtung auch keine Wartung und Pflege mehr erhalten hat (siehe "Das Gästehaus").
Nach einer ersten Begehung und Einweisung durch Sharon, verabschieden wir Frank. Wir sind so erledigt und voller erster Eindrücke, dass es uns erst sehr viel später in den Sinn kommt, wie Frank überhaupt wieder nach Hause gekommen sein mag?!?
Wir machen uns frisch, beziehen unsere Zimmer, räumen die ersten Sachen aus den Koffern und Taschen und beschliessen, erstmal anzukommen.
Am späten Nachmittag bitten wir Sharon, uns noch kurz aus dem Tor zu lassen - es ist abgeschlossen und nur sie hat einen Schlüssel. Wir bummeln die - äh - Strasse rauf und runter, finden einen kleinen Laden, in dem wir Brot und Eier kaufen und kehren wieder heim. Ich rufe Sharon auf ihrem Handy an, damit sie uns reinlässt. Wir leben in einer kleinen Festung...


Nachdem wir diese - äh - Strasse mit eigenen Füßen ertasteten, haben wir spätestens jetzt eine Vorstellung davon, warum wir nicht gleich gestern Nacht hierher fahren konnten. Es gibt hier keine Strassenlaternen und kein Taxi wäre im Dunkeln hier hinaufgerödelt.

Für heute ist's erstmal genug. Wir sind vom Flug und der unruhigen Nacht (bis auf Nicole, die Ausgeschlafene) alle ziemlich platt.
Glücklicherweise haben wir für den ersten Abend und das erste Frühstück am nächsten Tag, ein paar Vorräte von zu Hause mitgebracht. Wir kochen uns Spaghetti mit vegetarischer Bolognese Sauce während Sharon losgelaufen ist, um mir ein paar Flaschen Ghana-Bier zu besorgen :-)


Dann wird abgewaschen, ganz klassisch von Hand mit sparsamem Wasserverbrauch.
Morgen fahren wir wieder in die Schule. Regina will dort einen kleinen Rundgang mit uns machen und uns zeigen, was von den letzten Spendengeldern angeschafft bzw. gebaut wurde....

Es ist mal gerade 21:00 lokaler Zeit. Wir sind so kaputt, dass wir jetzt stumpf ins Bett gehen und in einen traumlosen Schlaf sinken. 
Draussen, irgendwo in der Nähe, schreit sich ein Priester die Seele aus dem Leib, während seine Gemeinde 3 verschiedene Lieder gleichzeitig singt... Hallelujah, wir sind in Ghana.


Tag 2 - Wieder in der Schule
Erste Eindrücke